Truppmannausbildung erfolgreich abgeschlossen

Amberg-Sulzbach/Steiningloh. (u) Die Truppmannausbildung ist die Grundausbildung der Feuerwehr. Seit kurzem umfasst das Basismodul für junge Feuerwehrleute ab dem Alter von 15 Jahren fünfzig Unterrichtseinheiten. An deren Ende steht eine Prüfung durch die Kreisbrandinspektion. Vergangenen Samstag gab es für die Landkreis-Feuerwehren eine Premiere: Unter den wohlwollend-gestrengen Augen von Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger, Kreisbrandmeister Martin Schmidt und Ausbilder Thilo von Hanstein absolvierten 29 junge Frauen und Männer im Feuerwehrhaus in Steiningloh ihre Abschlussprüfung.
Seit Anfang Dezember 2014 hatten die jungen Leute der Feuerwehren Steiningloh-Urspring (15 Personen), Mimbach-Mausdorf (8 Personen) und Ursulapoppenricht (6 Personen) fünfzig Unterrichtseinheiten bei ca. 15 Terminen absolviert. So manchen Samstagnachmittag und etliche Abende verbrachten die Teilnehmer mit dieser Ausbildung. Die Schulungsabende fanden teilweise für alle drei Wehren gemeinsam, teilweise getrennt in den jeweiligen Feuerwehrgerätehäusern statt. Zu einigen Unterrichtseinheiten hatte man Spezialisten eingeladen. Thilo von Hanstein brachte den Jugendlichen in gewohnt lebhafter Art und Weise den Themenkomplex „Gerätekunde“ nahe. Michael Iberer referierte kompetent zum wichtigen Themenkreis „Gefahren der Einsatzstelle“. Alex Graf, der als Kreisbrandmeister für den Bereich Gefahrgut zuständig ist, klärte exzellent über sein Spezialthema auf. Ebenso beteiligte sich Pfarrvikar Christian Preitschaft an der Ausbildung. Als ehemaliger Notfallseelsorger konnte er kompetente Hinweise zum Thema „psychisch belastende Einsätze“ geben. Den restlichen Unterricht bestritten die Führungsmannschaften der drei Feuerwehren. Abgerundet wurde das Ausbildungsprogramm durch einsatznahe Übungen. Bei diesen mussten die Teilnehmer das Gelernte zu den Themen Löschen und Hilfeleistung in der Praxis anwenden. Zum letzten Termin - der Abschlussprüfung - fanden sich die jungen Feuerwehrleute im neuen Feuerwehrhaus in Steiningloh ein. Begrüßt wurden sie vom örtlichen Kommandanten Ludwig Fischer. In seiner kurzen Rückschau bewertete er es als sehr positiv, dass die drei Nachbarwehren die Ausbildung gemeinsam durchgeführt haben. Für jede Wehr sei der Aufwand geringer ausgefallen. Der Nachwuchs habe Gelegenheit gehabt, miteinander Kontakte zu knüpfen und die örtlichen Gegebenheiten in der Nachbarschaft kennenzulernen. Durch alle diese Umstände sei die Ausbildung interessanter und abwechslungsreicher gewesen. Die Prüflinge mussten nach einem theoretischen Test jeweils eine zugeloste praktische Aufgabe bewältigen bzw. ein ausgelostes Feuerwehrgerät erklären. Schließlich konnten die Prüflinge als Lohn für ihre Anstrengungen aus den Händen von Kreisbrandrat Fredi Weiß die Teilnehmerurkunde in Empfang nehmen. KBR Weiß zeigte sich erfreut, dass die Ausbildung gemeindeübergreifend durchgeführt wurde. Im Feuerwehrdienst sei man nur gemeinsam stark. Das Miteinander und der Zusammenhalt seien wichtige Voraussetzungen, um wirksam helfen zu können. Sein Dank galt den Ausbildern und den Feuerwehrleuten für ihre freizeitopfernde und wichtige Arbeit und den Einsatz zum Schutz aller Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Jugendlichen lobte er für ihren Mut, bei der Feuerwehr zu sein. Er bat sie, bei der Stange zu bleiben, da sie eine sehr wichtige Aufgabe für das Gemeinwohl übernommen haben. In diese Kerbe schlug auch Hirschaus Bürgermeister Herrmann Falk. In der Entscheidung, Feuerwehrdienst leisten zu wollen, sag er einen wichtigen und richtigen Schritt. Dieser sei freilich mit dem Opfern vieler Freizeitstunden verbunden. Wie wichtig eine solide Grundausbildung sei, zeige sich immer wieder, wenn man zu einem Ernstfall gerufen wird. Den Ausbildern dankte Falk für die qualifizierte Vorbereitung der Prüflinge. Diesen gratulierte er zu den sehr guten Ergebnissen, die bei der theoretischen wie praktischen Prüfung erzielt wurden. Als kleine Belohnung lud er die angehenden Truppmänner und – frauen zu einem Schnitzel mit Kartoffelsalat ein.


Insgesamt 29 Jugendliche der Feuerwehren Steiningloh-Urspring, Mimbach- Mausdorf und Ursulapoppenricht absolvierten erfolgreich die Abschlussprüfung des Basismodels der neu gestalteten modularen Truppmannausbildung. Ihnen gratulierten u.a. Kreisbrandrat Fredi Weiß (4.v.l.), Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger (5.v.l.), Kreisbrandmeister Martin Schmidt (r.), Ausbilder Thilo von Hanstein (3.v.r.), der gastgebende Steiningloher Kommandant Ludwig Fischer (2.v.l.) und Hirschaus Bürgermeister Hermann Falk (3.v.l.).

Hintergrund-Info zur modularen Truppmannausbildung:

Die Truppmannausbildung ist die Grundausbildung der Feuerwehr. Sie ist seit kurzem neu geregelt: Das Basismodul für junge Feuerwehrleute ab 15 umfasst 50 Unterrichtseinheiten. Es ist in unterschiedliche Blöcke, z.B. „rechtliche Grundlagen“, „Brennen und Löschen“, „Gerätekunde“, „Löscheinsatz“, „Hilfeleistungseinsatz“, „Gefahrgut“ und viele weitere unterteilt. Es umfasst theoretische Schulungen sowie epraktische Übungsbeispiele und kann von  Standortfeuerwehren alleine oder in Kooperation durchgeführt werden. Eine Abschlussprüfung durch die Kreisbrandinspektionen schließt die Truppmannausbildung Basismodul ab. Damit ist ein erster Schritt gemacht: Anschließend sollen die jungen Feuerwehrleute weitere Module ablegen, z.B. die Sprechfunkausbildung der Feuerwehr, sowie einen 16-stündigen Kurs in erster Hilfe. In speziellen Ergänzungsmodulen, deren Inhalt durch die Ausstattung der jeweiligen Ortswehr vorgegeben ist, und durch die Teilnehme am normalen Übungsbetrieb erwerben  die jungen Leute weiter Wissen und Fertigkeiten, die sie später im Ernstfall zum Wohle ihrer Mitmenschen einsetzen können. Mit frühestens 18 Jahren können die jungen Feuerwehrleute durch eine zweite Prüfung auf Ebene der Kreisbrandinspektion die Ausbildung zum Truppmann als Truppführer abschließen.