neues Fahrzeug HLF 20 / 16 in Schmidmühlen

SCHMIDMÜHLEN. Der Buß- und Bettag in diesem Jahr war für den Markt Schmidmühlen, seine Bürger, aber auch vor allem für die Feuerwehr Schmidmühlen ein großer Tag. Nach rund drei Jahrzehnten wurde wieder ein neues Löschfahrzeug für die FF Schmidmühlen in die Lauterachtalgemeinde Schmidmühlen überführt. Über 200 Bürger und Aktive der Wehr warteten gespannt am späten Nachmittag auf das Eintreffen des Fahrzeugs. Mit einem Feuerwehrfahrzeugkorso – eskortiert von den Löschfahrzeugen der benachbarten Feuerwehren des Funkübungskreises – traf schließlich kurz nach 17 Uhr das neue Hilfeleistungsfahrzeug HLF 20 / 16 ein.

Die Blaskapelle St. Ägidius unter der Leitung von Richard Fischer begrüßte musikalisch das neue HLF 20 / 16. Unter den Gästen waren neben vielen Vertretern der benachbarten Feuerwehren fast der gesamte Gemeinderat mit den drei Bürgermeistern Peter Braun, Josef Popp und Albin Koller an der Spitze, Kreisbrandrat Freddie Weiß, Pfarrer Werner Sulzer, auch der Bürgermeister der Nachbargemeinde Rieden, Gotthard Färber gekommen. Unter dem Applaus des „Empfangskomitees“ parkte 1. Kommandant Jürgen Ehrnsberger das neue Fahrzeug („schrammenfrei“) ein.
Bereits am Dienstag war eine Abordnung der Feuerwehr angeführt vom Kommandanten Jürgen Ehrnsberger und Bürgermeister Peter Braun, zur Endabnahme und vor allem auch zur ersten gründlichen Einweisung nach Leonding bei Linz in Österreich gefahren. Dort wurde der Aufbau für das Löschgruppenfahrzeug auf das Fahrgestell gebaut. Bereits zweimal waren Aktive in Österreich, um die Ausstattung mit der Firma Rosenbauer abzustimmen. Auch wenn man es dem noch aktuell im Dienst befindlichen LF 16 nicht ansieht – die drei Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen. Es war an der Zeit, die Ersatzbeschaffung vorzunehmen.
Mit dem neuen Fahrzeug ist die Feuerwehr wieder auf den neuestens Stand. Bei dem HLF 20 / 16 handelt es sich um ein Löschfahrzeug vom Typ MAN TGM 15290 mit einer Motorleistung von 213 kW (290 PS). Das Fahrzeug bietet Platz für eine Löschgruppe (1/8). Im Mannschaftsraum sind im Aufbau schon Pressluftatmerhalterungen eingebaut. Die Löschleistung beträgt 3500 Liter / Minute bei 8 bar. Der Wassertank hat einen Inhalt von 1600 Liter mit automatischer Niveauregulierung.
Zur Ausrüstung gehören natürlich auch Rettungsspreitzer / Rettungsschere, eine Schnellangriffseinrichtung und ein Lichtmast sowie eine den neuen DIN – Normen entsprechende Ausrüstung.

In der Geschichte der Feuerwehr ist es mittlerweile das vierte Löschfahrzeug, das in Dienst genommen wurde. 1964 wurde die Feuerwehr Schmidmühlen erstmals mobil. Ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) wurde angeschafft. Bis zu diesem Jahr war ein Löschanhänger am alten Feuerwehrhaus untergebracht. Der Einsatzradius war da natürlich eng begrenzt. Das TSF bot einer Staffelbesatzung (sechs Feuerwehrdienstleistende) Platz. Mit der Landkreisreform 1974 kamen neue Mitglieder aus den neu eingegliederten Ortschaften zum Verein. Im gleichen Jahr übernimmt die Feuerwehr ein LF 8 (leicht) von der Feuerwehr Vilshofen, das das Tragkraftspritzenfahrzeug ablöste.
Damit konnte eine Löschgruppe (neun Feuerwehrdienstleistende) ausrücken. Ein wichtiger Schritt war der Neubau eines Gerätehauses, das man am 19. Oktober 1980 beziehen konnte. Es schuf den Platz für das LF 8 und weitere Gerätschaften. Im Jahr 1984 wurde das neue LF 16 angeschafft, ausgestattet mit Atemschutz und Rettungsschere.
Vorübergehend war auch ein Schlauchwagen des Landkreises in Schmidmühlen stationiert. Vor acht Jahren wurde das jetzige Mehrzweckfahrzeug angeschafft.

Bürgermeister Peter Braun dankte zunächst allen Bürgern für den Empfang und den Einsatzkräften der Wehr, die sich in Österreich bereits in das Fahrzeug einweisen ließen. Er hoffte, dass das Fahrzeug nur selten gebraucht wird und wenn doch, dass die Feuerwehr damit optimal helfen kann. Kreisbrandrat Fredi Weiß gratulierte der Feuerwehr zu diesem Fahrzeug und dankte dem Marktrat für die Anschaffung. Mit dem HLF ist der Mark Schmidmühlen bestens für Notfälle gerüstet. Nach einer kurzen Vorstellung des Fahrzeugs durch Kommandant Jürgen Ehrnsberger hatte Pfarrer Werner Sulzer den ersten „technischen Einsatz“ mit dem neuen Fahrzeug. Mittels Fahrzeuglautsprecher sprach er ein kurzes Segensgebet. Dem offiziellen Empfang schloss sich ein gemütliches Beisammensein im Feuerwehrgerätehaus an.

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  • Blick zurück - 2012
    • Beschlusslage des Marktrates
    • 23. Februar 2012: Der Marktgemeinderat beschließt, als Ersatz für das vorhandene LF 16 ein HLF 20 / 16 zu beschaffen. Die Beschaffung soll entsprechend Nummer 5 der Feuerwehrzuwendungsrichtlinien (Kommunale Kooperation) gemeinsam mit dem Markt Rieden erfolgen.
    • 21. März: Der Antrag auf Gewährung einer Zuwendung wird bei der Regierung der Oberpfalz gestellt.
    • 31. Juli: Zuwendungsbescheid der Regierung
    • 27. August: Antrag auf Gewährung einer Zuwendung beim Landkreis Amberg – Sulzbach
    • 4. September: Zuwendungsbescheid
    • 29. November: Der Marktrat beschließt gemäß dem Vorschlag des Bewertungsgremiums ein HLF 20 / 16 für die FF Schmidmühlen in Höhe von 360.433,80 Euro zu beschaffen.
  • Kosten
    • Der Betrag in Höhe von 360.433,80 Euro setzt sich wie folgt zusammen:
    • Fahrgestell, Fa. MAN: 77.010,85 Euro
    • Ausbau, Fa. Rosenbauer: 220.279,71 Euro
    • Beladung: Fa. Jahn: 63.143, 24 Euro
  • Zu erwartende Zuschüsse
    • Staat: 104.500 Euro plus 10 Prozent wegen gemeinsamer europaweiten Ausschreibung (10.4500 Euro), insgesamt 114.950,00 Euro.
    • Landkreis: 35 Prozent des staatlichen Zuschusses – 40.232,50 Euro
    • Gesamtzuschüsse: 155,182,50 Euro.
    • Wegen der gemeinsamen Ausschreibung und Kauf baugleichen Fahrzeuge wird ein erhöhter Zuschuss von 14.107,50 Euro erzielt.