First Responder FF Schmidmühlen – eine kleine Erfolgsstory

Josef Popp SCHMIDMÜHLEN. Es kann jedem passieren: eine falsche Bewegung, eine Sekunde Unaufmerksamkeit, ein Tritt daneben, plötzliche Übelkeit, ein Sturz oder ein starker Schmerz im linken Brustbereich. Momente, die ein Leben schnell, ja manchmal auch dramatisch verändern können. Man wird zum Notfall, es kann um Leben oder Tod gehen. Dann zählt jede Sekunde. Für den Betroffenen, die Angehörigen oder Helfer können aus Sekunden gefühlte Stunden werden. Seit Mai kommt in Schmidmühlen und umliegende Ortschaften schnelle Hilfe - die First Responder. Mittlerweile wurden sie zu 106 Notfällen gerufen – und dies erst seit dem 1. Mai. Drei, die von Anfang an dabei waren, sind Sandra Schmidt, Maximilian Heimler und Christian Renghart, Vorsitzender der Feuerwehr. Sie brachten das Projekt „First Responder in Schmidmühlen“ ins Rollen. Schon bald konnte man Erwin Wittl mit ins Boot holen – eine große Stütze der First Responder. Besonders positiv erinnert sich Sandra Schmidt an die „allseits offenen Ohren“ bei der FF Schmidmühlen, dem Markt und dem BRK Kreisverband Amberg – Sulzbach. „Vor etwa eineinhalb Jahren kam die Idee auf,  einen Ersthelfer-Standort in Schmidmühlen zu gründen. Der nächstgelegene RTW Standort in Burglengenfeld hat eine gewisse Anfahrtszeit, weshalb die Errichtung eines Ersthelferstandortes für sinnvoll betrachtet wurde, da im Notfall jede Minute entscheidend sein kann. Zuerst haben wir uns, so erinnert sich Maximilian Heimler an die Anfangszeit, bei anderen Standorten informiert, wie  First Responder Standorte in Kooperation von Feuerwehr und BRK organisiert sind und funktionieren. Diese Idee fand sehr schnell Anklang bei FF Schmidmühlen, Markt Schmidmühlen und BRK KV Amberg-Sulzbach. Die ersten Gespräche hierfür fanden im Oktober 2015 statt.  Ein gemeinsames Konzept für eine Kooperation wurde ausgearbeitet und umgesetzt, so dass die First Responder  Schmidmühlen am 1.5.2016 ihren Dienst aufnehmen konnten – die  entsprechenden Rahmenbedingungen waren gegeben.“
Lange brauchte  die damals kleine, aber bestens motivierte und ausgebildete Truppe nicht auf den ersten Notruf zu warten. Besonders stolz sind wir, so Sandra Schmidt, dass wir in den letzten Monaten neben Arbeit und Familie trotzdem nahezu 100 Prozent sieben Tage in der Woche – 24 Stunden  lang einsatzbereit waren.
 
Mittlerweile ist das First Responder Team auf elf ausgebildete Helfer angewachsen. Neben einer Grundausbildung ist regelmäßiges praktisches Üben und theoretische Schulung notwendig.
 
Wir schätzen die allseitig großartige Unterstützung, die beispielhaft ist, betonen Sandra Schmidt und Maximilian Heimler unisono. Wir wissen es auch zu schätzen, dass viele das Projekt unterstützen und auch helfen, wenn Unterstützung gebraucht wird. Der Markt Schmidmühlen steht dem Projekt sehr positiv gegenüber und hat es von Anfang an befürwortet. Bei der Feuerwehr greift jeder mit an und unterstützt uns bei jedem Anliegen. Das BRK Amberg hat die Ausbildung der neuen Helfer ermöglicht und stellt uns Übungsmaterialien für unsere Fortbildungen zur Verfügung. Nur gemeinsam wird man das Projekt „First Responder“ auch weiterhin realisieren können. Überwältigend sind auch das positive Feedback aus der Bevölkerung und die Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen aus der Region. Ohne diese Unterstützung hätten man Notfallausrüstung und Schutzkleidungen nicht finanzieren können. Besonders motivierend ist für die Helfer ein kleines Wort von den Betroffenen: „Danke“. Helfen zu können und dafür ein „danke“ zuhören, ist einer der schönsten Momente, weiß Sandra Schmidt. Das Einsatzspektrum in den letzten Monaten war groß: Von kleineren Schnittwunden bis hin zum schweren Verkehrsunfall oder Reanimation. Letzteres sind natürlich sehr belastende Einsätze, die nicht so schnell an einem vorüber gehen. Man hilft sich aber gegenseitig durch Gespräche im Team, weil jeder weiß, wie sich der Andere fühlt. Außerdem gibt es die Möglichkeit über das BRK die Hilfe eines Notfallseelsorgers in Anspruch zu nehmen.
 
In den nächsten Monaten  soll der Personalstamm noch erweitert und die neuen Helfer weiter ausgebildet werden.  Erst kürzlich haben Katharina Müller,  Philipp Pirzer, Tammy Allgeier und Monika Ehrnsberger (alle FF Schmidmühlen) sowie Andreas Fischer und Patrick Fiehl (FF Pilsheim) die Ausbildung abgeschlossen. Auch auf diesem Gebiet gibt es eine landkreisübergreifende Zusammenarbeit. Für die Jugendleiterin der Feuerwehr  Katharina Müller gab es mehrere Gründe, diese Ausbildung zu machen.
Einer  ist natürlich der Blick in die Zukunft. Mit dem First Responder - Dienst hat auch eine neue Ausrichtung der Feuerwehr Schmidmühlen begonnen. Sicherlich wächst die Zahl der Aktiven innerhalb der Feuerwehr, das Aufgabengebiet wird aber auch breiter und bedarf einer intensiven multiplen Organisation, auch in der Jugendarbeit. Denn in Zukunft wird man sicher viele First Responder aus dem Nachwuchs rekrutieren müssen. Und da ist es sicher von Vorteil, wenn die beiden Jugendleiter, auch Julian Decker ist First Responder, sich auf diesem Metier auskennen und sich engagieren.
 
First Responder sagen danke: knapp 4500 Euro Spendengelder von Firmen
Nach wie vor ist die First – Responder – Gruppe im Aufbau. Viel Geld muss noch in die Hand genommen werden, um die notwendige Ausrüstung zu finanzieren. Hier ist man auch weiterhin an Spenden angewiesen.  An Sponsoren fehlte es heuer nicht. Mit einem Dankeschön - Abend bei Punsch, Plätzchen und Lebkuchen bedankten sich Feuerwehr und First – Responder für die vielen Geldspenden. In den letzten Monaten kamen knapp 4500 Euro von Firmen, Selbstständigen und Gewerbetreibenden aus der Region als Spendensumme zusammen. Aber auch viele Vereine unterstützten bereits mit Spenden. Der Dank von Kommandant Jürgen Ehrnsberger galt insbesondere Armin Birk - Firma SweetComp, Sascha Birkl – Kaminkehrer, Anwälte Dr. Hofmann, Huesmann & Sodan, Haustechnik Gürtler, Raiffeisenbank Unteres Vilstal, Getränkehandel Günther Schmid, Hummel Bauunternehmen GmbH, Josef u. Peter Segerer GmbH, Zimmerei Johann Baptist Fischer GmbH, Gasthaus Wein Pilsheim, Friseursalon Büchner, Michael Hummel Schreinerei GmbH, Färbos GmbH, Willibald Braun – Getränkehandel,  Anlagenservice Götz, Busreisen Leonhard Feuerer, Gasthaus zum goldenen Ochsen- Fam. Altenbuchner, Auto Walbert, Michael Vierl, Sparkasse Amberg – Sulzbach,  Alfons Popp Harschhof. (ajp)
 
 
Hintergrund 1
Die Ausbildung zum First Responder
Sie beginnt mit einer Einführung in den Sanitätsdienst im Allgemeinen und in die Aufgaben als zukünftige Sanitäter. Zur Ausbildung  gehören Ausbildungsinhalte wie  die Grundlagen der Anatomie und Physiologie, darunter fallen das Gehirn mit Nervensystem, die Atmung und Aufbau von Lunge und Brustkorb, das Herz-Kreislauf-System mit Blutkreislauf. Weitere Ausbildungsinhalte sind die Diagnostik und wie man den Zustand des jeweiligen Patienten allgemein beurteilt. Natürlich muss man sämtliche Krankheiten und Verletzungen  kennen und verstehen lernen. Darunter fallen: lebensbedrohliche Störungen des Bewusstseins, lebensbedrohliche Störungen der Atmung, von Herz und Kreislauf, Infektionskrankheiten, Störungen der Bauchorgane, Polytraumen und Thoraxtraumen, Schädel-Hirn-Traumen sowie
Verletzungen und Wundversorgung. (ajp)
 
Hintergrund 2
- seit 01.05.16: 106 Einsätze
Mai: 20 Einsätze, Juni: 7 Einsätze, Juli: 10 Einsätze, August: 22 Einsätze, September: 9 Einsätze, Oktober: 10 Einsätze, November: 19 Einsätze
Dezember: aktuell 9 Einsätze (ajp)
 
2016-12-29 ffschmidmuehlen

Foto zeigt die first responser mit kommandant jürgen ehrnsberger 2.von links, zweite reihe  undd en zahlreichen Unternehemrn, Selbststädnigen und Firmen bei der Scheckübergabe